Wahrnehmung ist ein hochgradig subjektiver Prozess, der stark von unseren individuellen Erfahrungen, Erwartungen und dem Kontext beeinflusst wird. Tatsächlich könnte man argumentieren, dass die Wahrnehmung selbst bereits einen Akt der Schöpfung darstellt.
Unser Gehirn nimmt eine Vielzahl von sensorischen Informationen auf und muss diese zu einer kohärenten Erfahrung der Welt um uns herum „kreieren“. Dies beinhalten die Interpretation und Bedeutungszuschreibung zu den sensorischen Daten, die auf unseren Erfahrungen, Überzeugungen und Erwartungen basieren.In diesem Sinne sind auch unsere Wahrnehmungen nicht einfach objektive Abbildungen der Realität, sondern eher subjektive Konstruktionen, die von uns bzw. unserem Mind auf der Grundlage der verfügbaren Informationen erstellt werden.
Und da diese Informationen und der Kontext, in dem sie interpretiert werden,
von Person zu Person variieren, variiert auch unsere Wahrnehmung.
Daher wäre es sinnvoll, die Rolle der Wahrnehmung als kreativen, konstruktiven Prozess in unserem Modell der Emotionen zu berücksichtigen. Die Wahrnehmung und Interpretation eines Stimulus – und die daraus resultierende Emotion – ist also in gewissem Sinne eine „Schöpfung“ unseres Gehirns, die auf unseren einzigartigen Erfahrungen und Perspektiven basiert.
In diesem Sinne ist alles, was wir erfahren, unsere Schöpfung.


